Die perfekte Trauung

Bei Hochzeitsberatungen kommen einige Fragen auf. Die Beliebteste Frage ist: „wie viele Fotos von der Trauung bekommen wir eigentlich?“…So eine richtige Antwort können wir da nicht geben.

Das liegt einerseits daran, dass manchmal mehr oder weniger Gäste anwesend sind oder je nachdem, wie viele Situationen oder Momente einzufangen sind. Es gibt Trauungen, die weniger emotional verlaufen, aber auch Zeremonien, bei denen es viel zu sehen gibt: spielende Kinder, weinende Gäste, ständig neue Dinge, die wir mit der Kamera festhalten können. Andererseits liegt es auch an der Trauung an sich.

Die Rolle des Beobachters

Und das ist der Punkt, an dem wir leider wenig drehen und wenden können. Viele Standesbeamte (die den Paaren in Dresden leider erst kurz vor der Trauung vorgestellt werden) schränken unsere Arbeit ein. Wir können es verstehen, dass viele Standesbeamte schlechte Erfahrungen mit Fotografen gemacht haben. Es gibt sicherlich Fotografen, die mit Blitz und „Dauerschuss“ vor dem Redner ohne wenn und aber rumtanzen. Das dies nicht unser Stil ist, kann man einem Standesbeamten schlecht erklären. Wir jedenfalls mögen den Stil und die Rolle eines „Beobachters“. Ungern fotografieren wir mit Blitz und vermeiden es sofern es möglich ist.
Wir mögen weiche, emotionale Fotos, die jeden einzelnen wichtigen und schönen Moment der Reportage einfangen.
Die Standesbeamten jedenfalls verstehen dann auch nicht, dass wir mit genau dieser Arbeit unser Geld verdienen. Das macht es uns noch schwerer, das Paar von unserer Arbeit zu überzeugen und unseren Referenzen gerecht zu werden. Aber zum Glück sind ja nicht alle Standesbeamten so…
An dieser Stelle sei gesagt, es ist keine Frage, wessen Arbeit die wichtigere ist.
Ob nun die des Standesbeamten, welcher die Traurede hält und einen der wichtigsten, aber vor allem den offiziellen, Teil einer Hochzeit abhält. Oder ob die Arbeit des Fotografen, welcher die Aufgabe hat genau diesen besonderen Tag festzuhalten und vielleicht DEN Augenblick, den der Standesbeamte mit seiner Rede schafft und bei den Paaren den richtigen Nerv trifft, einzufangen.

Grünes Licht für die Fotografinnen

Vielleicht ist es einfacher euch einmal Bilder der Trauung von Maria und Robert zu zeigen, welche unserer Meinung nach perfekt war.
Sie heirateten allein und heimlich.
Die Standesbeamtin hat uns beiden grünes Licht gegeben und so konnten wir jeden emotionalen Moment einfangen. Wir durften uns frei bewegen, um neue Perspektiven zu finden und ein wenig mit der Technik und den Einstellungen zu spielen.
Dadurch konnten wir selbst bei der Rede super schöne Momente erhaschen, die uns selbst jedes Mal wieder Tränen in die Augen trieb. Hier waren wir super zufrieden mit unserer Arbeit, es fehlte an nichts. Bei dieser Trauung nur zu zweit, machten wir um die 300 Fotos, was selbst bei einer Reportage mit ca. 30 Gästen selten ist.

Andererseits hatten wir auch wirklich schöne Trauungen, bei welchen wir zwar auch die wichtigsten Momente in einem schönen Umfang einfangen konnten, doch so kleine Details wie bei Robert und Maria gehen dann oft verloren, da wir uns nur auf einer Seite aufhalten dürfen, oder sogar bei der Ansprache selber bei den Gästen sitzen müssen und nicht fotografieren dürfen.
Wir denken man merkt den Unterschied und wir finden es sehr schade, dass wir quantitativ weniger Bilder hervorbringen können und kleine Augenblicke und Spielereien verloren gehen, welche die Trauung zu genau dem emotionalen Schauspiel machen, welches es normalerweise ist. Schließlich sind die Fotos das, was die Erinnerung an diesen Tag erst wieder lebendig werden lassen, auch in 20 Jahren noch. Und die Paare sehen meistens erst darauf wie emotional jeder Einzelne reagierte.

Wir stecken Nichtsdestotrotz unser Herzblut in jedes einzelne Bild und wir schaffen es immer, die Momente einzufangen, auf die man in Zukunft gern zurückblickt.

 

 

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