Es war einmal ein Passbild.

„Hallo, ich hätte gern ein Passbild.“
„Okay, wofür brauchen Sie denn das Passbild, für ein bestimmtes Visum oder nur für den Personalausweis?“
„Nee, eigentlich nur für eine Bewerbung.“
Dieses Gespräch führen viele Fotografen, mit einem Fotostudio für Laufkundschaft, wohl recht oft.

Selbstverständlich wissen nicht alle Kunden, wo der Unterschied liegt und wie vielfältig und weitläufig Pass- und Bewerbungsbilder sein können.

Um einmal den Unterschied zu zeigen haben wir Beispiele für euch.

Es gibt schon bei Passbildern einen großen Unterschied. Wenn der Fotograf also einmal öfter nachfragt, liegt es nicht daran, dass er nicht weiß was der Kunde von ihm möchte, sondern viel eher geht es ihm darum, zu erfahren, ob es nur ein nettes Bild für Omis Portemonnaie oder die Busfahrkarte werden soll, oder ob es für ein amerikanisches Visum oder den deutschen Reisepass angefertigt werden soll.

Der Unterschied

Passbilder

Im folgendem Beispiel seht ihr also ein biometrisches Passbild, welches für den Personalausweis, Reisepass und einige Visas genutzt werden kann:

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Dieses wird von einem Ammenmärchen umwoben, welches besagt man dürfe auf diesem kein Lächeln zeigen. Ein freundlicher Gesichtsausdruck ist jedoch erlaubt (und erwünscht, denn wer hat gern ein grimmiges Bild auf seinem ewig haltbaren Personalausweis 😉 ).

Als nächstes folgt ein Beispiel für ein „Passbild“ welches früher so auch auf Personalausweisen genutzt werden konnte. Heute darf ein solches Bild für offizielle Zwecke nur noch für Behindertenausweise und einige Krankenkassenkarten genutzt werden. Ansonsten gehört das folgende Bild in das Portemonnaie eines netten Menschen:

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Hier dürft ihr schauen wie ihr möchtet, natürlich kommt es auch da auf den Zweck drauf an, aber ein offenes Lächeln ist unserer Meinung nach immer gern gesehen.
(Da die biometrischen Bilder meistens nicht so hübsch sind, wie die seitlich freundlichen, geben wir euch die Chance, zu zwei von diesen noch zwei etwas hübschere dazu zu bekommen, denn niemand braucht im Normalfall 4 biometrische Passbilder)

Zu beachten ist bei Passbildern auch der Aufwand. Meistens ist das Alles eine eher nervige Angelegenheit und man gibt ungern Geld dafür aus. Deswegen sind die Preise bei den meisten Fotografen dafür auch human gehalten. Das ist auch der Grund dafür, weshalb wir diese Bilder nicht als Bewerbungsbilder empfehlen. Denn auch für uns Fotografen ist das eine unbeliebte Sache und dementsprechend verhält sich auch der Aufwand für die kleinen Scheißer. Noch ein Grund, weswegen man diese Bilder nicht für Bewerbungen nutzen sollte, ist, dass die Maße 3,5cm x 4,5cm betragen und ihr auf diesem Bild nicht unbedingt repräsentativ zu sehen seid.

Bei einem Passbildshooting entstehen durchschnittlich zwischen 3-5 Aufnahmen zur Auswahl, welche an der Kamera stattfindet. Wenn bei diesen Aufnahmen nichts dabei ist, drücken wir natürlich gern auch noch einmal auf den Auslöser ;).

 

Bewerbungsbilder

Auch hier gibt es einige Unterschiede.
So zum Beispiel einerseits ein lockeres Bewerbungsbild:

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Ein offenes, freundliches Lächeln hinterlässt hier natürlich immer den besten, ersten Eindruck. Personen mit offenem Lächeln wirken zugänglich und umgänglich. Wo hingegen ein geschlossenes Lächeln oft zurückhaltend und schüchtern wirken könnte.
Natürlich gibt es Kunden, die sich, aus verschiedenen Gründen, mit einem offenen Lächeln unwohl fühlen. Dazu ist zu sagen, dass das aller wichtigste ist, dass man sich wohlfühlt, denn das spiegelt das Bild im Endeffekt auch wieder.
Dies gilt übrigens auch für die Kleidung, der Wohlfühlfaktor ist sehr ausschlaggebend für die Wirkung des Bildes.
Bilder wie diese würden wir empfehlen für Bewerbungen in lockeren Branchen. Als ein Bewerbungsbild für eine Führungsposition ist ein solches Bild wahrscheinlich eher unangebracht.

Wenn man an dieser Stelle schon einmal das freundlichere Passbild und das Bewerbungsbild nebeneinander legt, sieht man folgenden Unterschied:

Wir haben hier ein süßes Passbild, welches uns natürlich ein Lächeln auf die Lippen zaubert, aber bei weitem nicht so selbstbewusst und catchy wirkt wie das Bewerbungsbild.

Auch hier ist etwas zum Aufwand zu sagen, denn dieser ist beachtlich größer, als bei einem Passbild. Die Kunden kommen dafür mit einem vorher vereinbarten Termin zu uns, bringen oft Wechselkleidung mit und werden vor dem Shooting ausführlich hinsichtlich der Branche etc. beraten. Hierzu schauen wir uns Beispielbilder an, wägen ab, welcher Hintergrund zum jeweiligen Beruf und natürlich zur mitgebrachten Kleidung und zum Typ passt.

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Wir zupfen während des Shootings ein-zweimal öfter an eurer Kleidung und euren Haaren herum, damit alles gut sitzt. Den Ladies stecken wir auch gern mal die Haare etwas zurück, um es geordneter wirken zu lassen.
Wir fotografieren unterschiedliche Motive, beispielsweise wird der Hintergrund und/oder die Kleidung zwischendurch gewechselt, die Pose variiert, oder die Haare werden noch einmal verändert.

Bei einem Bewerbungsbildshooting machen wir oft zwischen 20-30 Aufnahmen, welche wir dann am PC gemeinsam auswählen, wenn da etwas nicht stimmen sollte, machen wir sogar gern noch einmal erneut Bilder, bis der Kunde DAS Bild gefunden hat.

Dann gibt es noch die Businessbilder:


Hier läuft es vom Zeit- und Quantitätsaufwand ähnlich ab wie bei Bewerbungsbildern. Nur dass man oft noch spezifischer in das Berufsfeld hinein schaut und eventuelle Utensilien von diesem einbindet.
Beim Styling der Kunden und in der nachfolgenden Bildbearbeitung unterscheidet sich dieses oft auch sehr von einem Bewerbungsbildshooting.
Businessbilder werden außerdem oft gern genutzt um um sich selber auf verschiedenen Plattformen, oder sogar einer eigenen Website zu präsentieren. Daher werden hier meist noch mehr und unterschiedlichere Bilder angefertigt und unter anderem auch Bilder während einer Arbeitsszene geschossen, bei welcher der Kunde bzw. die Kundin nicht unbedingt in die Kamera schaut. Auch außerhalb des Studios werden oft Bilder angefertigt, zum Beispiel am Arbeitsplatz, oder in einer Location zu welcher der Beruf gut passt.

Der Vergleich

Zum Schluss noch einmal ein kleiner Vergleich von allen Kategorien:

Man sieht also einen deutlichen Unterschied in den Aufnahmen.
Zu guter Letzt noch:

Unsere Tipps

Scan

Vom Einscannen von Abzügen der Bilder raten wir ab, denn 1. ist es Verletzung der Urheberrechte und 2. leidet die Qualität darunter enorm, denn meistens ist eine Struktur auf dem Fotopapier, welche sichtbar mit gescannt wird.

Druck

Als weiterer Tipp ist noch hinzuzufügen, dass man, wenn man schon ein schönes Bewerbungsbild hat machen lassen, dieses nicht einfach auf den Lebenslauf zu drucken. Oft wellt sich das Papier durch die viele Tinte.

Wenn man jedoch die Bewerbung beispielsweise in einem Copyshop auf einem Papier von mindest 120g und von einem (kalibrierten) Drucker mit angemessener Qualität drucken lässt, kann man das Bild durchaus auch direkt auf das Papier mit drucken.

Makel

Während des Shootings wird natürlich oft an der Kleidung rumgezupft, oft wird das Hemd, oder die Bluse vorher gebügelt, damit alles schön glatt und vorzeigbar sitzt. Am Ende schaut man sich das Bild an und sieht doch eine kleine Falte. Diese sollte niemanden verunsichern, denn Kleidung wird aus Textil hergestellt, dieses Material bewegt sich mit einem, aus gutem Grund.
Falten in Kleidung sind eine völlig logische Folge aus Natürlichkeit, ein komplett faltenfreies Textil wurde leider noch nicht erfunden 😉

Sollte dies oder eine kleine abstehende Haarsträhne ein Grund für Nichteinstellung sein, sollte man sich überlegen, ob der gewählte Arbeitgeber der Richtige ist.

Abzug

Wenn der Kunde die Bilder digital kauft und damit jegliche Nutzungsrechte erhält und sich dann denkt, ein Schnäppchen geschlagen zu haben, da er mit dieser Datei zum Schnelldruckautomaten in einer Drogerie gehen kann, möchten wir hiermit Licht ins Dunkel bringen:
Meist sind die Drucke an diesen Automaten nicht preiswerter als Abzüge direkt vom Fotografen/Fotolabor. Ganz zu schweigen von der Qualität, denn oft sind diese Automaten mit Autokorrekturen versehen, welche die Bilder verfälschen.

 

Dies ist unsere Arbeitsweise/Meinung, wir können hier nicht für andere Fotografen/Fotostudios sprechen.

Vielen Dank für eure Aufmerksamkeit.

 

 

 

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Sensifer.

Seit nun mehr 4 Jahren habe ich die Ehre Sensifer auf ihren Wegen zu begleiten.
Die Fünf umgibt eine Aura, welche ich mit zu Hause sein verbinde. Sie bilden, obwohl sie alle so unterschiedlich wirken, vom Erscheinungsbild und vom Typ her, eine Einheit, welche wie ein gut geöltes Uhrwerk ineinander greift und einfach funktioniert.

 

Große Challenge.

Angefangen hat es mit ein paar Bandfotos:

Ich war damals wahnsinnig aufgeregt. Denn Bandfotos sind meiner Meinung nach eine der schwierigsten Aufgaben als Porträtfotograf. Oft enden sie in Fotos vor einer Wand, alle Mitglieder in einer Linie aufgereiht und mit verschränkten Armen. Und das wollte ich nicht!
Frisch aus der Ausbildung raus und wieder nach Dresden gezogen, war das eine unheimlich große Challenge. Aber die, damals noch, vier Sensifers haben es mir wirklich leicht gemacht, denn sie hatten selber einen ähnlichen Anspruch wie ich: Hauptsache irgendwie anders.

Die Chemie zwischen uns stimmte und so dauerte es nicht lange und ich begleitete sie bei unzähligen Live Auftritten:

Ich war vom ersten Augenblick an verzaubert von ihrer Musik und Magie, welche sie vorallem bei Live-Auftritten versprühen. Die Klänge ihrer Gitarren umschließt den gesamten Körper mit einer warmen Aura und lässt einen beim großen Finale, ihrem letzten Lied kalt und allein zurück. Zugleich wunderschön aber auch zum Tränen in die Augen treiben.

Kurze Pause.

Dann gab es ein Jahr welches wir getrennt voneinander verbrachten, da ich mit der Eröffnung unseres Fotostudios beschäftigt war und da erst einmal Ordnung und Alltag reinkommen musste, bevor ich mich wieder auf intensive Projekte mit Sensifer konzentrieren konnte.

Aber es gab einen wichtigen Anlass zu welchem ich zurückkehren konnte, denn die Band bekam einen fünften Spielmann hinzu:

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So stand ich im Juni letzten Jahres oberschenkeltief in der Weißeritz um die Fünf ordnungsgemäß ablichten zu können. Es war wundervoll und erfüllte mich wieder einmal mit einem wohligwarmen Zu-Hause-Gefühl.

Zusammen erwachsen.

Und dann folgte auch schon das nächste Konzert auf welches mit gondeln konnte.
Ein kleines, ehemaliges Kino in Luckenwalde wurde mit viel Liebe zu einer örtlichen alternativen Konzertlocation und Bar umgebaut. Und dort spielten Sensifer.

 

Zu Silvester kam dann DIE Anfrage „Laura, wir spielen im Beatpol, als Support für Wang Wen, kannst du die Fotos für uns machen?“
Das habe ich mir natürlich nicht entgehen lassen und so begleitete ich Sensifer bei einem sensationellen, super aufregendem Schritt ihres Musiklebens…ein Gig im Beatpol, vor der chinesischen Postrockgröße Wang Wen – Wahnsinn!

 

Spätestens da war klar, wir sind zusammen erwachsen geworden.
Sensifer spielt im Beatpol und ich habe mein eigenes Fotostudio!!!

Ich lege euch wärmstens ans Herz euch die Klänge der Fünf mal zu Gemüte zu führen, denn wer sie nicht kennt…dem fehlt etwas in seinem Leben!

Hier geht’s zur Musik: https://sensifer.bandcamp.com/

 

Was Fotografen in ihrer Freizeit machen?

Man nehme:

  • zwei verrückte Fotografinnen
    –> bevorzugt mit eigenem Fotostudio
  • eine Kamera
  • ein Stativ
  • einige Lichtformer
  • und zu guter letzt ein paar gute Freunde mit kreativen Ideen

Was dabei heraus kommt ist Folgendes:

Zu aller erst eine Nachstellung eines Familienfotos, mit all seinen wunderbaren Facetten:

 

Als nächstes darf eine Kissenschlacht nicht fehlen:

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Gut, okay, etwas zahm…probieren wir’s nochmal

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Wie wäre es Mal eine typische Straßenbahnszene nachzustellen!?:

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Anwesende: Partygurl, Busniesswoman, Pumper, Taschendiebin, schlecht gelaunter Opa

Gut, auch abgehakt.
Was könnte man noch machen…

hmm…irgendwas mit nem Schafspelz..:

Ja und Bender ist der böse Wolf

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…so sieht er auch aus…

 

Jetzt wo wir Licht haben, könnte man doch auch Mal tolle Schattenspiele machen:

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Zu guter letzt, sollte man dem Hund eine Jacke anziehen und so tun, als wäre er ein mürrischer Mensch:

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Wir wünschen euch ein frohes Neues Jahr und hoffen ihr hattet zwischen den Feiertagen genau so viel Spaß wie wir 😉

 

Outtakes der Aufgeblendeten.

Als aller erstes: Professionalität steht bei uns natürlich auch an erster Stelle!
Aaaaber, wir finden, man sollte sich nicht allzu zu oft zu ernst nehmen, aber in erster Linie sollte man sein, wie man ist…

Und das sind wir!
Das wollen wir euch natürlich nicht vorenthalten 😀

Also Augen auf für unsere wunderschönen Outtakes, Lichttests und kleinen, heimlichen, gegenseitigen Aufnahmen:

1. Die Lichttests und Motivfindung

Einer der Vorteile, dass wir immer zu zweit unterwegs sind, ist, dass immer einer für ein Lichttest herhalten kann und man verschiedene Motive auf ihre Tauglichkeit prüfen kann. Dann geht es auch für die Kunden etwas schneller 🙂

 

2. Assistenz

Ein weiterer Vorteil für unsere Arbeitsweise zu zweit.
Man hat immer jemanden dabei, der den Bräuten unter den Rock schauen darf oder das Licht in die richtige Richtung leitet.

 

3. Herausforderung Trauung

Da es vor allem in Standesämtern, Kirchen etc. eine Herausforderung ist die richtigen Einstellungen zu finden, gerade da es dort sehr schnell gehen muss und diese speziellen Aufnahmen sehr wichtig sind, halten wir oft vorn herein gegenseitig für die Lichttests her.

Natürlich haben wir dafür immer ein nettes Lächeln parat.

 

4. Erwischt!

Man fühlt sich unbeobachtet und „Zack“ hat die liebe Kollegin ein schönes Foto von dir auf der Speicherkarte.

 

5. Der kleine Spaß zwischendurch

Die Kameras ausgepackt, Speicherkarte eingeschoben und erstmal testen ob überhaupt alles noch funktioniert. Auch dafür sind wir immer top vorbereitet, mit einem entzückendem Gesichtsausdruck und einer professionellen Pose.

 

Danke für eure Aufmerksamkeit.

Tschüss.

Die perfekte Trauung

Bei Hochzeitsberatungen kommen einige Fragen auf. Die Beliebteste Frage ist: „wie viele Fotos von der Trauung bekommen wir eigentlich?“…So eine richtige Antwort können wir da nicht geben.

Das liegt einerseits daran, dass manchmal mehr oder weniger Gäste anwesend sind oder je nachdem, wie viele Situationen oder Momente einzufangen sind. Es gibt Trauungen, die weniger emotional verlaufen, aber auch Zeremonien, bei denen es viel zu sehen gibt: spielende Kinder, weinende Gäste, ständig neue Dinge, die wir mit der Kamera festhalten können. Andererseits liegt es auch an der Trauung an sich.

Die Rolle des Beobachters

Und das ist der Punkt, an dem wir leider wenig drehen und wenden können. Viele Standesbeamte (die den Paaren in Dresden leider erst kurz vor der Trauung vorgestellt werden) schränken unsere Arbeit ein. Wir können es verstehen, dass viele Standesbeamte schlechte Erfahrungen mit Fotografen gemacht haben. Es gibt sicherlich Fotografen, die mit Blitz und „Dauerschuss“ vor dem Redner ohne wenn und aber rumtanzen. Das dies nicht unser Stil ist, kann man einem Standesbeamten schlecht erklären. Wir jedenfalls mögen den Stil und die Rolle eines „Beobachters“. Ungern fotografieren wir mit Blitz und vermeiden es sofern es möglich ist.
Wir mögen weiche, emotionale Fotos, die jeden einzelnen wichtigen und schönen Moment der Reportage einfangen.
Die Standesbeamten jedenfalls verstehen dann auch nicht, dass wir mit genau dieser Arbeit unser Geld verdienen. Das macht es uns noch schwerer, das Paar von unserer Arbeit zu überzeugen und unseren Referenzen gerecht zu werden. Aber zum Glück sind ja nicht alle Standesbeamten so…
An dieser Stelle sei gesagt, es ist keine Frage, wessen Arbeit die wichtigere ist.
Ob nun die des Standesbeamten, welcher die Traurede hält und einen der wichtigsten, aber vor allem den offiziellen, Teil einer Hochzeit abhält. Oder ob die Arbeit des Fotografen, welcher die Aufgabe hat genau diesen besonderen Tag festzuhalten und vielleicht DEN Augenblick, den der Standesbeamte mit seiner Rede schafft und bei den Paaren den richtigen Nerv trifft, einzufangen.

Grünes Licht für die Fotografinnen

Vielleicht ist es einfacher euch einmal Bilder der Trauung von Maria und Robert zu zeigen, welche unserer Meinung nach perfekt war.
Sie heirateten allein und heimlich.
Die Standesbeamtin hat uns beiden grünes Licht gegeben und so konnten wir jeden emotionalen Moment einfangen. Wir durften uns frei bewegen, um neue Perspektiven zu finden und ein wenig mit der Technik und den Einstellungen zu spielen.
Dadurch konnten wir selbst bei der Rede super schöne Momente erhaschen, die uns selbst jedes Mal wieder Tränen in die Augen trieb. Hier waren wir super zufrieden mit unserer Arbeit, es fehlte an nichts. Bei dieser Trauung nur zu zweit, machten wir um die 300 Fotos, was selbst bei einer Reportage mit ca. 30 Gästen selten ist.

Andererseits hatten wir auch wirklich schöne Trauungen, bei welchen wir zwar auch die wichtigsten Momente in einem schönen Umfang einfangen konnten, doch so kleine Details wie bei Robert und Maria gehen dann oft verloren, da wir uns nur auf einer Seite aufhalten dürfen, oder sogar bei der Ansprache selber bei den Gästen sitzen müssen und nicht fotografieren dürfen.
Wir denken man merkt den Unterschied und wir finden es sehr schade, dass wir quantitativ weniger Bilder hervorbringen können und kleine Augenblicke und Spielereien verloren gehen, welche die Trauung zu genau dem emotionalen Schauspiel machen, welches es normalerweise ist. Schließlich sind die Fotos das, was die Erinnerung an diesen Tag erst wieder lebendig werden lassen, auch in 20 Jahren noch. Und die Paare sehen meistens erst darauf wie emotional jeder Einzelne reagierte.

Wir stecken Nichtsdestotrotz unser Herzblut in jedes einzelne Bild und wir schaffen es immer, die Momente einzufangen, auf die man in Zukunft gern zurückblickt.